Ich male Dir ein Bild

8 08 2013

Ich nehme einen Stift und Papier und male Strich für Strich. Lasse die Dimension entstehen, denn ohne Fluchtpunkt keine Perspektive. Ich kritzel und krakel Punkte und Flecken, bis Bewegung das Bild zum Leben erweckt – bis ein Auge blinzelt, bis Wimpern sanft wippen und ein leises Lächeln entsteht.

Tauche den Pinsel ein, in das Farbmeer und plötzlich stehst du in grünem knietiefen Gras, durch das sich der blass blaue Bach von rasanten Pinselstrichen angetrieben schlängelt. Auf den Grashalmen schimmern fast unentdeckt kleine Farbkleckstautropfen, in denen sich die Umgebung unendlichfach bricht. In Sekundenbruchteilen wachsen aus wuchtigen Stämmen in warmen braun fast übergangslos die weichen Linien der Äste an deren Enden gelb grüner Schmuck sanft in einer Windböe weht.

Der Pinsel taucht ein in tiefes Blau und malt dir den Himmel mit kleinen weißen Wattewolken. Zwei kurze Striche später fliegen Vögel in Formation über dich hinweg, während die ersten gelben Sonnenstrahlen deine perlmutartig schimmernde Haut berühren. Ich setze schwungvolle Linien und in leuchtenden Farben erwachen Kleckse und Punkte zum Leben und wiegen sich andächtig im Lauf der Zeit.

Fast geschmeidig biegen sich Halme zur Seite und machen Platz für ein gleichmäßig in rot und schwarz kariertes Fleckchen Ruhe. Du streckst Arme und Beine von dir, schaust aus deinen ebenholzbraunen Augen in den weichgezeichneten Horizont, wo Scheunen und Windmühlen im Nichts zu verschwinden scheinen.

Unter feinen Pinselstrichen erwacht die Welt zu Leben. Schwarzgelbe Blitze rasen gesellig und fleißig über ein grünes Meer und machen Rast auf Farbklecksinseln. Um dich herum bewegt sich die Welt in braun und grün und rot, während du still bist und das Bild betrachtest.

 



“Letzter Tag” (1)

8 08 2013

Wie schon angekündigt stelle ich nach und nach die Titel alle auch hier nocheinmal vor. Heute “Schmetterlingseffekt”

 

 

Vielen Dank an Malu, die mir die Titelzeilen eingesprochen hat. Der Titel mit dem eingesprochenen Zitat sagt eigentlich alles.



Lass uns

26 01 2008

Lass uns an nem Fleckchen auf diesem unserm Planeten,
den schönen Dingen des Lebens, mit offenen Augen entgegen treten
lass uns doch dem Wellenrauschen hier und da aus Muscheln lauschen
Gedanken einfach austauschen, ins Leben eintauchen
Und am blauen Himmel, den weißen Wolken folgen
Die dem lauen Sommerwind, ganz entspannt gen Süden folgen
Lass uns in Träumen von einem neuen morgen verstecken
und nicht in der Bude hocken, und dabei Gedanken plätten
Lass uns doch einfach in die Augen und nicht Fern sehen
Lass uns was bewegen und nicht einfach wie still stehen
Lass uns die Hände und auf jeden Fall Vertrauen geben
Und uns dann die Zeit und nicht den Freiraum nehmen
Lass uns selbst bei miesem Wetter auf wundervoll grünen Wiesen
Ganz entspannt den eigentlich doch wirklich schönen Tag genießen
Und dann sicher die Nacht, egal was auch passiert
Weil darauf doch das wahre Leben wohl basiert
Lass uns nicht verstecken, sondern einfach aus uns raus gehen
Lass uns die Welt doch einfach mal mit ganz anderen Augen sehen
Lass uns doch mal reden und nicht länger streiten
Lass uns keine Diskussionen führen und dann wieder schweigen
Lass uns nicht drüber reden wie es ist, sondern wie es sein kann
Lass die Stimme laut werden, so laut sie eben kann
Lass uns pro Veränderung und contra Stillstand sein
Lass uns mal wieder froh und dann weniger traurig sein
Lass uns wie Bienen über Rasen rasen
Und dann selbst in den weniger guten Lebensphasen
Einfach nur des momentanen Augenblickes willen
Beim Abendgesang von vielen Grillen chillen